KETKET VOOM

-KETKETVOOM-

From 2006-2011 KETKETVOOM was the synonym of the collaboration of MARTIN FEISTAUER & TINE GÜNTHER. Over 500 big size Paintings, numerous drawings and murals & sculptures were the product of 5 years intense co-working.

Von 2006-2011 haben MARTIN FEISTAUER und TINE GÜNTHER unter dem Synonym KETKETVOOM als Künstlerduo kollaboriert. Über 500 grossformatige Bilder auf Keilrahmen, viele Zeichnungen und Wandmalereien waren das Produkt von 5 Jahren intensivster Zusammenarbeit.

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ketketvoom.blogspot.com

-THE GHOST OF THE NAVIGATOR- 140x500cm
-BE QUICK OR BE DEAD- 130x200cm
-MEINE DREI KNIE- 180x280cm
-PI- 376x198cm
-DR. VOOM- 205x165cm
-HÖHERE WESEN- 200x160cm
-AM ANFANG UND AM ENDE- 240x240cm
-NEW ARMY- 190x140cm
-THE LIVING STAR- 170x280cm
-ARMPHASER 2- DER ABSOLUTE AUSNAHMEZUSTAND- 200x300cm
-FREEDOM- 150x260cm
-REVERSE REWIND- 150x260cm
-GHOSTBUSTERS HOCHZEIT- 180x290cm
-FORGET TO KNOW- je 130x170cm
-FIGHT 4 UR RIGHTS- 150x190cm
-PLAY THE GAME PLEASE- je 170x280cm
-8 CLOWNS- je 200x150cm

Doppelter Einsatz Ulrich Reimkasten, August 2007:

"Was sofort auffällt, ist die doppelte Autorenschaft und die monströse Produktion. Ersteres ist ein kluger Schachzug und glücklicher Zustand, letzteres ein entschlossener Sprung in die große Schüssel und ein allgemeines Charak- teristikum aktueller Malerei. Beides bildet den Ansatz zum Verständnis eines exemplarischen Beispiels jüngster Kunst. Man weiß, der Erfolg ist möglich und die Konkurrenz stark, die Ausgangsposition problematisch aber nicht hoffnungslos. Der Beginn ist eine sehr delikate Phase. Das Spiel zu beginnen ist unter Umstän- den an sich schon heikel, die Konsequenz vorerst unklar. Alle reden über Markt, Management, von der Kunst als Ware, von den ungeheuer hohen Preisen der Stars. Alle reden über Geld. Alle wissen wie schwierig es ist. Nein. Alle reden über Erfolg, über Anerkennung, vom Glück, vom Sinn des Tuns. Alle wissen wie schwierig das ist. Manche denken nach über die Funktion von Kunst. Einige machen einfach ihr Ding. Die Malerei kann eine fordernde und einnehmende Göttin sein. Malen kann zur Sucht wer- den. Malen macht Spaß. Dieses Duo malt offensichtlich viel. Wie schön sind doch die Geschichten über die Genies, wie astronomisch die Preise ihrer Werke, wie klangvoll ihre Namen, wie wunderbar ihre Bilder. Leicht verfällt man der Illusi- on. Träume zu verwirklichen ist schwer. Ich ahne dieses Duo hat einen Plan. Wer A sagt hat bereits entschieden und sagt sowieso B, auch wenn keiner es sehen will. Bilder malt man auch, weil einem die der Anderen nicht wirklich gefallen, oder weil man diese in sich trägt und sie nach außen drängen, oder weil man sie selbst zum Überleben braucht. Malen hat immer auch etwas Zwanghaftes. Das wäre also der romantische Teil.

Der Spieltrieb der Moderne hat die casinoartige Glitzerwelt des Kunstmarkts hervorgebracht. Die Einsätze sind hoch, die Hoffnungen vielversprechend, die Erregung groß, die Gewinne gigantisch. Das Areal vibriert, jeden Moment bereit zu kollabieren. Alles oder Nichts, die Bank gewinnt immer. Alles kann augenblicklich nichts mehr wert sein. Schon wenig mehr als Nichts kann Alles sein. Midgard lässt vielleicht gerade jetzt ih- ren Schwanz los und unsere Welt zerfällt in Stücke, jedes einzelne ungleich größer als das vorherige Ganze. Der Besuch in einer Boesner-Filiale kann schockieren und ernüchtern. Hier lagert Rohstoff für Spielchips. Es ist vorgesorgt für die nächsten Runden mit weiter steigenden Einsätzen. Das Duo ist fest entschlossen mitzuhalten und wird sich, wenn irgend möglich mit Hingabe am großen Spiel beteiligen. Sie wissen, was läuft und setzen alles auf die eine Karte. Malen vierhändig. Das Ziel: immer eintausend Gemälde am Lager. Lagerhaltung und logistischer Notstand, überraschende Dimensionen, unerwartete Konsequenzen. Die ersten Erfolge erscheinen ohne Frage vielversprechend. Bleibt da noch Zeit für die Musen? Aber ja doch. Nach zehnstün- digem Malrausch entstehen einige Dut- zend großformatige Zeichnungen bester Qualität. Während dem Frühstück wird ein Skizzenbuch gefüllt. Zeichnungen als Partitur für die tägliche Malerei. Hahn zu, oder Hahn auf – aber dann sprudelt es. Die Lust am Tun, am gemeinsamen Tun scheint unersättlich. Das Duo ist heiter und gut gelaunt, die erkennbare Freude wirkt auf andere ansteckend wie ein Virus. Das Duo ist ernst und still: Vorbereitung oder Auswertung, Distanz und kritisches Hinterfragen, die Bildtitel finden sich ein. Alles ereignet sich in merkwürdiger Ruhe. Die Beiden sind wirklich gut organisiert, der Arbeitsprozess ablesbar strukturiert. Disziplin ist ihre Tugend. Hektik gibt es niemals, auch keine Missgeschicke und keine Pannen. Probleme werden in gesteigerter Konzentration gelöst. Ihre handwerklichen und technischen Fähigkeiten sind beachtlich. Ihr Gefühl für Farbe und Form ist untrüglich und sicher wie der Instinkt, Spontanität wird möglich. In rascher Folge entstehen meist große Formate. Sie werden nicht signiert, sie werden datiert. Das Datum ist ein wichtiges Detail, es ersetzt die Signatur. Beschäftigt man sich genauer mit diesen Datumsangaben der Bilder, kann einem schwindlig werden, sobald man die produktive Dimension erfasst hat, die sich dahinter verbirgt. Jedes neue Bild, jede Zeichnung wird sofort ins Netz gestellt. Das Duo arbeitet effizient. Es wird gut gekocht und gut gegessen, nicht geraucht und sehr wenig alkoholisch getrunken. Der Bohemien ist tot. Es lebe der Hochleistungsmaler des globalen Zeitalters. Kann das immer so weiter- gehen? Man wird sehen. Vielleicht Ja, vielleicht Nein. Wer kann das wissen. Und wer kann wirklich wissen, wie es z. B. mit N. R. weitergeht. Na ja, vielleicht die Bank. Aber ist denn sicher wie es mit der Bank weitergeht?

Nachdem die Unschuld verloren und das Kabel (des Göttlichen) gekappt ist, wird die Existenz immer nackter und das Bedürfnis nach Bedeckung steigt. Die Sehnsucht ist unstillbar. Man wünscht eine Aussicht. Bilder sind Fenster. Immer und immer wieder müssen neue Bilder entstehen. Diese nötigen Bilder hat dann tatsächlich immer auch schon irgendjemand gemacht. Und das Publikum jubelt. Die Menschen sind dankbar. Selbstverständlich weiß vorher niemand, was das für Bilder sein sollen. Selbstverständlich weiß nachher jeder, dass sie genau so sein müssen. Das Publikum äußert seine Meinung. In der Produktion des Duos entspricht die Größe der Formate proportional der Fülle, je größer um so mehr, kleinformatige Bilder sind teurer und wertvoll, großfor- matige günstig zu haben. Die fruchtbare Zusammenarbeit beruht auf Gleichzeitigkeit und Gleichberechtigung. Das Paar funktioniert durch eine optimale Mischung aus Übereinstimmung und Ergänzung. Jede Erscheinung, jedes Ding kann in die assoziativen Bildfigurationen einbezogen werden. Stilistische Wandlungen sind unmerklich und fließend, Experimente unverhofft aber gezielt. Einige Bilder wirken wie Altäre, aus anderen lacht der Teufel. Friends of the Universe."